Kurzinfo
Unterrichtsideen
Materialien
Schulstudie PISA
Was heißt "PISA"?
Die Abkürzung PISA steht für "Programm for International Student Assessment", die internationale Schulleistungsstudie. Sie ist Teil des Indikatorenprogramms INES, "Indicators of Educational Systems", der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).
Was wird untersucht?
Die Schulstudie PISA erfasst drei Bereiche: Lesekompetenz (reading literacy), mathematische Grundbildung (mathematical literacy) und naturwissenschaftliche Grundbildung (scientific literacy). Dabei geht es neben dem, was die Jugendlichen gelernt haben, vor allem darum, inwieweit sie allgemeinere Konzepte und Fähigkeiten besitzen, die sie brauchen, um ihr Wissen auch anzuwenden.
OECD/PISA ist ein fortlaufendes Programm. Alle drei Jahre werden Daten erhoben. Damit ist es möglich, auch Entwicklungstrends im Wissens- und Kompetenzbestand von Schüler/innen aus den verschiedenen Ländern und aus verschiedenen demographischen Untergruppen zu erfassen.
Bei jeder Erhebung wird ein anderer Bereich detailliert untersucht, der dann fast zwei Drittel der Gesamttestzeit in Anspruch nimmt. Im Jahr 2000 stand die Lesekompetenz im Mittelpunkt, im Jahr 2003 wird es die mathematische Grundbildung sein und im Jahr 2006 die naturwissenschaftliche Grundbildung. So wird in jedem dieser Bereiche alle neun Jahre eine gründliche Leistungsanalyse und alle drei Jahre ein "check-up" stattfinden.
Wer nimmt an der Untersuchung teil?
Die Untersuchung wird mit 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in ihren Schulen durchgeführt. 32 Staaten sind beteiligt, davon 28 Mitgliedsstaaten der OECD. In jedem Land werden zwischen 4.500 und 10.000 Schülerinnen und Schülern getestet.
Welche Ziele hat PISA?
Die OECD-Staaten erfahren dadurch, wie es mit dem Wissen, den Fähigkeiten und Fertigkeiten ihrer Schüler/innen bestellt ist, und wie gut die Jugendlichen auf lebenslanges Lernen und auf die Übernahme von konstruktiven Rollen als Mitglieder ihrer Gesellschaft vorbereitet sind. Sie erheben, wie leistungsfähig ihre Bildungssysteme sind und stellen sich dem internationalen Vergleich. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich im Anschluss schulpolitisch nutzen.
Wer hat sich PISA ausgedacht?
Die PISA-Rahmenkonzeption wurde von internationalen Expertengruppen entwickelt. Damit wurde zum einen gewährleistet, dass die Studie hohen wissenschaftlichen Anforderungen genügt, zum anderen konnten die beteiligten Länder so ihre jeweiligen kulturellen und bildungspolitischen Schwerpunkte einbringen. Auch Wissenschaftler aus Deutschland waren beteiligt. Das Konzept stellt damit einen internationalen Kompromiss dar, der als wissenschaftlich solide begründet und aussagekräftig gilt.
Die Koordination des Projekts obliegt einem internationalen Konsortium unter Federführung des Australian Council for Educational Research (ACER). Für die Durchführung der Studie in Deutschland sind sieben Forschungseinrichtungen unter der Federführung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung verantwortlich.
Das Recht auf Interpretation der Daten
Seit dem PISA-Schock im Jahr 2000 will sich die deutsche Kultusministerkonferenz nicht mehr aus dem Ausland den Schwarzen Peter zuschieben lassen. Man besteht auf das Recht, die Daten, deren Erhebung man schließlich selbst in Auftrag gegeben hat, auch zu interpretieren.
- "Die deutschen Kultusminister haben offenbar die Nase voll von Pisa. Sie erwägen den Ausstieg und fordern zugleich den Rücktritt von Pisa-Koordinator Andreas Schleicher."
- Interview mit Andreas Schleicher zur Auswertung der Ergebnisse von 2006
Der Konflikt ist so neu nicht.
"Für die einen gilt Andreas Schleicher als der selbstherrliche Experte aus dem Ausland, der den Deutschen die Gesamtschule verordnen will. Andere sehen in Manfred Prenzel den Auftragsforscher der Kultusministerkonferenz, der im Gleichklang mit seinen Geldgebern die Debatte um die Schulstruktur meidet. Und beide berufen sich auf die Ergebnisse der Pisa-Studie" ...
Akteure und Institutionen
- OECD Berlin Centre
- Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland
- bei der OECD in Paris
- Kultusministerkonferenz
- GEW: PISA - Pressemitteilungen und Informationen
- VBE - Verband Bildung und Erziehung