Online-Bibeln im Unterricht

Aus seminarwiki

Unbestritten ist, dass der Bibel im evangelischen und katholischen Religionsunterricht (nach wie vor) ein hoher Stellenwert eingeräumt werden sollte. Als Ur-Kunde des christlichen Glaubens ist sie einerseits für die Christen selbst unverzichtbar, andererseits ist es in einer pluralen Gesellschaft unumgänglich, dass auch Nicht-Christen sie wahrnehmen, nicht, um sich missionieren zu lassen, sondern um zu verstehen, worauf sich der Glaube der Christen gründet.

Online-Bibeln und im Internet verfügbare Materialien zur Bibel sind nicht nur für all diejenigen interessant, deren heimischer Bücherschrank Lücken aufweist; Interaktions- und Kommunikationsangebote stellen einen Mehrwert dar, der die Beschäftigung mit diesen Internetseiten lohnt.

Im Folgenden werden einige Ressourcen für die Planung und Vorbereitung sowie für die Durchführung von Religionsunterricht verlinkt:

Planung von Unterricht

Rund um die Bibel hält das Internet unendlich viele Ressourcen bereit. Eine Auswahl:

Bibeltext

Das Katholische Bibelwerk macht unter http://alt.bibelwerk.de/bibel die Einheitsübersetzung zugänglich, an der sich die katholische Kirche in Deutschland orientiert.


Die Deutsche Bibelgesellschaft ermöglicht unter www.die-bibel.de, Einsicht in die für die evangelische Kirche wichtige Lutherübersetzung (1984) und die Übersetzung von Menge zu nehmen.


Ebenfalls von der Deutschen Bibelgesellschaft verantwortet ist www.basisb.de, ein Bibelportal mit einer eigenen Übersetzung speziell für junge Menschen.


www.bibleserver.com ist eine Einrichtung der CINA (christliche Internet-Arbeitsgemeinschaft) und hält neben verschiedenen deutschen und fremdsprachigen Übersetzungen auch die Texte der hebräischen Bibel, das griechische Neue Testament und die Septuaginta sowie die lateinische Vulgata vor.


Noch mehr Übersetzungen enthält www.diebibel.de, darunter auch der Luthertext von 1545 und der Text der Elberfelder Übersetzung von 1871.


Bilder zu biblischen Texten

Unzählige Links zu Abbildungen zu Texten der Bibel finden sich auf der englischsprachigen Seite www.biblical-art.com.


www.thebricktestament.com enthält Fotostories zur Bibel, wobei die einzelnen Szenen mit Lego realisiert wurden. Für Playmobil-Fans ist nach dem gleichen Muster die Seite www.playmo-bibel.de besuchenswert.

Vorsicht: Das Bricktestament ist z.T. blutrünstig gestaltet und für Kinder nicht geeignet!


Für Kinder geeignete Bilder finden sich unter www.kirche-in-not.de/kinderbibel.

Tipp: Auf die Lupe klicken, um die Texte und Bilder vergrößert darzustellen!


Evangelistische Bibelcomics gibt es bei www.kids-web.org.

Vorsicht: Die Texte im Adventskalender moralisieren!


Audio zu biblischen Texten

Das Kinderbibelquiz wird vom Evangelischen Kirchenfunk produziert. Es handelt sich dabei um Rätsel für Kinder, die sich jeweils um eine biblische Geschichte drehen. Die Episoden seit 2005 sind unter www.podcast.de/sender/1591 abrufbar.


Sachinformationen

Hochwertige Linklisten zu verschiedenen Themen zur Zeit und Umwelt der Bibel hat die gleichnamige Zeitschrift unter www.weltundumweltderbibel.de/wub_linklisten.htm zusammengestellt.


www.bibelwissenschaft.de ist das wissenschaftliche Bibelportal der Deutschen Bibelgesellschaft. Es enthält u.a. eine Bibelkunde und das im Aufbau befindliche wissenschaftliche Bibellexikon www.wibilex.de. Sachabbildungen sind diversen CD-ROMs entnommen und liegen auf der Webseite leider nur in geringer Auflösung vor.


Thematisch sortierte Sachfotos in geringfügig höherer Auflösung finden sich auf www.bibleplaces.com und http://www.ebibleteacher.com.


Eine Einleitung ins Alte und Neue Testament hat Jörg Sieger unter www.joerg-sieger.de/einleit/allgem/02gesch/all_ind2.htm online gestellt.

Dazu kommentiert die Zeitschrift "Welt und Umwelt der Bibel": "Problematisch ist an dieser Darstellung, dass die Angaben der Bibel relativ unkritisch als historische Fakten herangezogen werden, so dass sich eine eigenartige Mischung aus Tatsachen, die durch außerbiblische Zeugnisse gesichert sind, einerseits und bibelkundlicher Übersicht (wie die Bibel die Geschichte darstellt) andererseits ergibt. Außerdem endet die Präsentation mit dem Untergang des Südreiches Juda 587 v.Chr."


Eine faszinierende (englischsprachige) Internetseite ist www.biblemap.org, die sich der GoogleMap-Technologie bedient, um aus dem Bibeltext heraus Aufsichten auf biblische Orte darzustellen.

Durchführung von Unterricht

Auf den ersten Blick scheint es reizvoll, mit Kindern und Jugendlichen die zahlreichen Darstellungen biblischer Geschichten im Internet aufzusuchen. Die Kinderbibel von Kirche-in-Not kann online gelesen werden, ebenso können die Bildergeschichten der Playmobibel betrachtet werden. Bei YouTube gibt es sogar eine Reihe schön animierter Lego-Bibelfilme.

So ansprechend diese Ressourcen sind - für den Unterricht scheinen sie wenig geeignet, da sie auf ein vergleichsweise passives Konsumieren und Sich-berieseln-lassen zielen. Demgegenüber scheinen zwei Ansätze verfolgenswert zu sein: der interaktive Ansatz und der produktionsorientierte Ansatz.

Der interaktive Ansatz

Beim interaktiven Ansatz geht es darum, mit Hilfe von Interaktionsangeboten mit den biblischen Geschichten handelnd umzugehen. Es existieren unterschiedliche Interaktionsarten mit verschiedenen didaktischen Zielsetzungen:

  • Die EKD-Bibelspiele beispielsweise fördern vor allem den Erwerb von Sach- und Hintergrundwissen zu biblischen Geschichten. Sie sind meist als Hypertextumgebungen konzipiert, die die Darstellung des biblischen Textes anreichern. Durch Multiple-Choice-Abfragen und das Sammeln von Lösungsbuchstaben werden die Nutzer extrinsisch motiviert.
  • Bibliochat ist eine bibeldidaktische Methode, die vor allem dazu dient, einen persönlichen Zugang zu einem biblischen Text zu finden und eine individuelle Deutung zu erarbeiten. Im Bibliochat führen die Teilnehmenden in der Rolle einer biblischen Gestalt in einer Chat-Umgebung einen fiktiven Dialog mit einer oder mehreren anderen biblischen Personen. Der jüdischen Auslegungstradition des Midrasch folgend werden auf diese Weise die Leerstellen zwischen den Worten der Bibel mit Leben gefüllt, wird das sogenannte „weiße Feuer“ zum Lodern gebracht. Diese Leerstellen hat Wolfgang Iser im Sinne der Rezeptionsästhetik als das „wichtigste Umschaltelement zwischen Text und Leser“ ausgemacht. Es ermöglicht, die in den biblischen Texten geschilderten Erfahrungen kreativ auf das eigene Leben zu beziehen.

Der produktionsorientierte Ansatz

Seiten wie www.playmo-bibel.de mit Fotogeschichten oder http://de.youtube.com/user/moshaprodukt mit Lego-Animationen können Lust auf eigene Produktionen machen. In Transformationsprozessen dieser Art können nicht nur die Handlungen biblischer Geschichten wiedergegeben werden, sondern auch Verfremdungen realisiert werden, die die Bedeutung einer Geschichte für die Gegenwart deutlich werden lassen.

Für die Erstellung von Fotogeschichten mit Sprechblasen eignet sich z.B. die Web 2.0-Anwendung Bubbleshare.