Kain und Abel (Bibliochat)
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[Bearbeiten] Reflexion
[Bearbeiten] Bibeltext
1 Adam erkannte Eva, seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Kain. Da sagte sie: Ich habe einen Mann vom Herrn erworben.
2 Sie gebar ein zweites Mal, nämlich Abel, seinen Bruder. Abel wurde Schafhirt und Kain Ackerbauer.
3 Nach einiger Zeit brachte Kain dem Herrn ein Opfer von den Früchten des Feldes dar;
4 auch Abel brachte eines dar von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Der Herr schaute auf Abel und sein Opfer,
5 aber auf Kain und sein Opfer schaute er nicht. Da überlief es Kain ganz heiß und sein Blick senkte sich.
6 Der Herr sprach zu Kain: Warum überläuft es dich heiß und warum senkt sich dein Blick?
7 Nicht wahr, wenn du recht tust, darfst du aufblicken; wenn du nicht recht tust, lauert an der Tür die Sünde als Dämon. Auf dich hat er es abgesehen, doch du werde Herr über ihn!
8 Hierauf sagte Kain zu seinem Bruder Abel: Gehen wir aufs Feld! Als sie auf dem Feld waren, griff Kain seinen Bruder Abel an und erschlug ihn.
9 Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er entgegnete: Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders?
10 Der Herr sprach: Was hast du getan? Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden.
11 So bist du verflucht, verbannt vom Ackerboden, der seinen Mund aufgesperrt hat, um aus deiner Hand das Blut deines Bruders aufzunehmen.
12 Wenn du den Ackerboden bestellst, wird er dir keinen Ertrag mehr bringen. Rastlos und ruhelos wirst du auf der Erde sein.
13 Kain antwortete dem Herrn: Zu groß ist meine Schuld, als dass ich sie tragen könnte.
14 Du hast mich heute vom Ackerland verjagt und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen; rastlos und ruhelos werde ich auf der Erde sein und wer mich findet, wird mich erschlagen.
15 Der Herr aber sprach zu ihm: Darum soll jeder, der Kain erschlägt, siebenfacher Rache verfallen. Darauf machte der Herr dem Kain ein Zeichen, damit ihn keiner erschlage, der ihn finde.
16 Dann ging Kain vom Herrn weg und ließ sich im Land Nod nieder, östlich von Eden. (Wortspiel mit Nod und dem Wort für "ruhelos" (nad)).
(Text nach der Einheitsübersetzung)
[Bearbeiten] Kommentar
[Bearbeiten] Erkennen
Das Verb "Erkennen" bezeichnet den Vorgang des Miteinander Schlafens.
[Bearbeiten] Kain
Der Name Kain könnte auf ein Wortspiel mit dem hebräischen Verb ‚kanah‘ = erwerben zurückgehen (vgl. V1: Ich habe einen Mann vom Herrn erworben). Kain gilt als Stammvater der Keniter.
[Bearbeiten] Abel
Der Name Abel bedeutet ‚Windhauch‘ oder ‚Nichtigkeit‘.
[Bearbeiten] Ansehen
Ansehen bedeutet so viel wie beachten. Der Bibeltext stellt lediglich fest, dass Gott Kains Opfer nicht beachtet. Warum Gott dies tut - etwa weil Kain minderwertige Früchte opfert oder irgendein Ritual nicht einhält - wird nicht gesagt. Hier spiegelt sich lediglich die Erfahrung, dass dem einen scheinbar Alles, dem anderen aber Nichts gelingt. "Wenn der Text dies auf Jahwe zurückführt, sucht er nicht einen Grund für das Gelingen oder das Scheitern, sondern ‚es ist vielmehr das Unabänderliche damit ausgesagt, dass so etwas geschieht‘ (Westermann." (Berg 1991, 73)
[Bearbeiten] Opfer
In der Geschichte von Kain und Abel handelt es sich offensichtlich um ein Erstlingsopfer: "Bei der Gewinnung der Nahrung wird der göttliche Geber anerkannt; damit verbindet sich die Erwartung, dass der Segen auch weiterhin gewährt wird." (Berg 1991, 74)
[Bearbeiten] Sünde
Im Alten Testament bezeichnet Sünde nicht einen Tatbestand wie z.B. einen Diebstahl, auf den eine Strafe folgt. Sünde und Strafe hängen enger zusammen, liegen ineinander: "Mit dem bösen Tun gerät der Mensch in eine schicksalwirkende Tatsphäre (v. Rad, 1987, 278f u.ö.). Die hebräische Sprache bringt das Ineinanderliegen des Sachverhalts, den wir durch die beiden Begriffe ‚Sünde‘ und ‚Strafe‘ auseinanderhalten, dadurch zum Ausdruck, dass es dafür nur einen Begriff (‚awon‘) verwendet." (Berg 1991, 71)
[Bearbeiten] Ackerboden
Der Begriff "Ackerboden" taucht in den Vv10-12 häufiger auf. Auf dem Acker hat Kain Abel erschlagen - und "an diesem Ort des Unrechts trifft ihn auch die Strafe." (Berg 1991, 71) An dieser Stelle wird der im alten Israel angenommene Zusammenhang von Sünde und ihrer Folge, von Schuld und Schicksal sichtbar.
[Bearbeiten] Kainszeichen
Möglicherweise handelt es sich um eine Tätowierung, die die Israeliten einem freundlich gesonnenen Stamm, den Kenitern beobachtet haben, der sie auf der Wüstenwanderung begleitete. Zur Zeit der Abfassung dieser Erzählung (ca. 11.Jh.) existierte diesr Stamm noch. Namensgebend war aber wohl nicht der Kain aus der Erzählung ‚Kain und Abel‘.
[Bearbeiten] Literatur und weiterführende Links
Berg, Horst Klaus: Ein Wort wie Feuer. Wege lebendiger Bibelauslegung, München (Kösel) und Suttgart (Calwer) 1991. Die Erzählung von Kain und Abel dient Horst Klaus Berg zur Veranschaulichung unterschiedlicher bibeldidaktischer Methoden. Zuvor betrachtet er den Text ausführlich exegetisch (S. 62ff).
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Theorie zum Bibliochat
Diese Seite wurde zuletzt am 7.10.2008 geändert.

