Jean-Paul Sartre
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[Bearbeiten] Kurze Biografie
Der französische Philosoph und Schriftsteller Jean-Paul Sartre wurde im Juni 1905 in Paris geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters zog er mit seiner Mutter zu den Großeltern, wo er unter der Erziehung seines Großvaters aufwuchs. Bis zu seinem zehnten Lebensjahr erfuhr Sartre keinen sozialen Kontakt außerhalb der Familie, da er Privatunterricht erhielt und keine Freundschaften aufbauen konnte.
Sartre lehnte jede feste Bindung ab. Deshalb wechselte er ständig seinen Wohnsitz und lebte mit der Schriftstellerin Simone de Beauvoir nur in einer freien Beziehung. Während des Zweiten Weltkrieges floh er aus deutscher Kriegsgefangenschaft und beteiligte sich im Widerstand. Ab 1945 war er als freier Schriftsteller tätig.
Sartre sah sich selbst immer als Antibürger. So verweigerte er sogar die Annahme des Nobelpreises für Literatur, der ihm im Jahre 1964 zugesprochen wurde, weil er nicht in die bürgerliche Gesellschaft integriert werden wollte. Im Jahre 1980 starb Jean-Paul Sartre in Paris.
[Bearbeiten] Das Menschenbild von Sartre
Sartre ist der Auffassung, dass der Mensch ins Dasein geworfen ist und somit sein Wesen nicht festgelegt ist. Aus diesem Grund muss der Mensch sich selbst definieren. Also ist der Mensch nur das, was er selber aus sich macht. Bei der Suche nach dem eigenen Lebensentwurf gibt es nichts, d.h. keine Werte, Normen oder Gesetzte, was dem Menschen Halt geben könnte. Deshalb muss er seine eigenen Gesetze entwerfen, für die er die gesamte Verantwortung trägt. Der Mensch trägt somit die Verantwortung für die ganze Welt. Er kann sich über nichts beklagen, da er verantwortlich für den jeweiligen Zustand ist.
Demnach steht in Sartres Anthropologie die Lehre von der absoluten Freiheit im Mittelpunkt. Da der Mensch diese Freiheit nicht selbst gewählt hat, kann man auch davon sprechen, dass der Mensch das zur Freiheit verurteilte Wesen ist.
Laut Sartre „geht die Existenz (persönlicher Lebensentwurf) der Essens (Sinn des Lebens) voraus“. Dieses bedeutet, dass der Mensch erst durch seinen persönlichen Lebensentwurf und die Verwirklichung dessen seinem Leben einen Sinn gibt. Nach Sartres Auffassung ist auch die Existenz Gottes in diesem Menschenbild ausgeschlossen. Da zum einem der Mensch sich selbst definiert, darf es keinen Schöpfergott geben, der den Menschen vorherbestimmt. Zum anderen beinhaltet der Glaube an Gott bestimmte Wertvorstellungen, die die Freiheit des Menschen einschränken würden.
Der Mensch ist für sein Tun und Handeln, für sein Wesen allein verantwortlich und muss somit selbst für alles gerade stehen, was er tut, und kann damit nicht die Schuld auf seine Mitmenschen oder Gott schieben. Außerdem kann der Mensch ohne Gottes Existenz sich nicht mit dessen Geboten rechtfertigen oder entschuldigen.
Des Weiteren folgt aus der Sartreschen Lehre, dass die Mitmenschen eine Bedrohung für die Verwirklichung des eigenen Lebensentwurfes darstellen können. Da es zu Überschneidungen und Widersprüchen der einzelnen Entwürfe kommen kann, können die Mitmenschen als Störfaktoren angesehen werden, die den eigenen Daseinsentwurf behindern. Unter Umständen müssen diese dann ausgeschaltet werden, damit der Mensch seinen persönlichen Lebensentwurf verwirklichen kann. Darin besteht die Gefahr, dass die absolute Freiheit des Menschen und der Gedanke für sein Leben und die Welt allein verantwortlich zu sein, den Menschen sehr einsam und zum Außenseiter macht, da er in ständiger Angst leben muss zwischen Verwirklichung seines Lebensentwurfes und dem Leben einen Sinn zu geben.
[Bearbeiten] Jean-Paul Sartre im Religionsunterricht
Die Sartresche Lehre sollte im Religionsunterricht behandelt werden, da sie zu einer kritischen Auseinandersetztung mit der christlichen Lehre geeignet ist. Sartres Anthropologie, die davon ausgeht, dass weder Werte und Normen noch die Existenz Gottes notwendig sind, stehen besonders im Kontrast zur christlichen Weltanschauung.
[Bearbeiten] Quellen
- Claudia Leuser: "Die Frage nach dem Menschen"; 2000,Stark Verlagsgesellschaft mbH
- Bruno Heller: "Grundfragen philosophischer Ethik"; 1998 Bayrischer Schulbuchverlag GmbH, München

