Die "zwei Söhne" (Bibliochat)

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Inhaltsverzeichnis


[Bearbeiten] Reflexion





Apg 5,1-20 LUT

11Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne.

12 Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie.

13 Und nicht lange danach sammelte der der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen

14 Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben

15 und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten

16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm.

17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger!

18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.

19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!

20 und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße.

22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße

23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet's; lasst uns essen und fröhlich sein!

24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.

25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen

26 und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre.

27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat.

28da wurde er zornigund wolltenicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn.

29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre.

30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.

31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein.

32 du sollst aber föhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden

[Bearbeiten] Kommentar

Bei Lukas stellen die Gleichnisse vom verlorenen Drachmen/Groschen, dem verlorenen Schaf und dem verlorenen Sohn eine Einheit dar. Es wird auf eine bestimmte Ethik verwiesen: Gott ist barmherzig und verzeiht. Besonders wichtig sind die Vergebung, Versöhnung, Barmherzigkeit, das Gebet, Teilen mit den Armen Das Gleichnis vom verlorenen Sohn stellt eine Parabel dar. Innerhalb des Gleichnisses wird ein vertrauter Sachverhalt dargestellt, der aber im Verlauf der Erzählung eine überraschende Wendung nimmt. Jesus wendet sich bei seiner Erzählung sowohl an Sünder[Zöllner usw] und an Pharisäer. In der Parabel wird eine Familienkonstelation, bestehend aus dem Vater und seinen zwei Söhnen dargestellt.

[Bearbeiten] Erbteil

In der antiken Welt war es durchaus üblich, dass sich Kinder noch zu Lebzeiten der Eltern/des Vaters ihren Erbteil auszahlen lassen. Ein möglicher Grund dafür könnten häufig auftretende Dörreperioden und Trockenheiten sein. Mit dem ausgezahlten Geld konnten die Menschen einen Neuanfang in der Fremde finanzieren.


[Bearbeiten] der jüngere Sohn

durch das Auszahlen seines Erbteiles verliert der jüngere Sohn seinen Rechtsanspruch als Sohn. Bei einer Rückkehr des Kindes hat ein Vater das Recht gehabt, diesen als einfachen Bediensteten(das Kind wäre kein freier Mensch mehr) auf dem Hof aufzunehmen oder ihn wieder wegzuschicken. Steht in der Parabel stellvertretend für alle Sünder. Der jüngere Sohn wird als abenteuerlustig charakterisiert. Er möchte den väterlichen Betrieb verlassen, um sich in der Fremde eine neue Existenz aufzubauen.

[Bearbeiten] der ältere Sohn

steht in der Parabel stellvertretend für die Pharisäer. Die Pharisäer waren darum bemüht, ihr Leben nach dem Wort/dem Willen Gottes auszulegen. Für sie war es nicht nachvollziehbar, warum Jesus sich bewusst mit den Sündern umgeben und gepredigt hat, dass auch sie von Gott geliebt und in das Reich Gottes aufgenommen werden.

[Bearbeiten] der Vater

der Vater wird als liebevoller und fürsorglicher Mensch beschrieben. Er versucht die Familie zusammenzuhalten. Er verzeiht dem jüngeren Sohn seine Fehler und versucht Streitigkeiten unter den Geschwistern zu schlichten, um die Einheit innerhalb der Familie zu wahren.

[Bearbeiten] Prassen

Der Sohn gibt bald sein ganzes Erbe aus, ohne dabei an seine Zukunft/Existenz zu denken. Er hat die falschen Freunde, lebt verschwenderisch (Sündigt!!!!).

[Bearbeiten] Säue hüten

Schweinehirte, für gläubige Juden stellt diese Tätigkeit eine Erniedrigung dar, Schweine gelten als unreine Tiere und die Juden vermieden den Umgang mit den Menschen, die durch diese Tiere ihr Geld für ihren Lebensunterhalt verdienen. (der Sohn wurde von der Gesellschaft ausgeschlossen)

[Bearbeiten] und er machte sich auf

Wendepunkt in der Parabel wird durch die Reaktion des Vaters eingeleitet. Gleichzeitig beginnt durch die Rückkehr des jüngeren Sohnes die Geschichte des älteren Bruders.

[Bearbeiten] küsste ihn

der Vater verzeiht dem Sohn(für die damalige Zeit untypisches Verhalten)

[Bearbeiten] Schuhe an seine Füße

Erklärung der drei Geschenke 1.) Gewandt: stellt eine Art Rechtssymbol dar. Gemeint ist das Gewandt, das der Sohn zurückgelassen hat, als er den Hof verließ, um in der Ferne sein Glück zu suchen 2.) Ring: Gemeint ist ein Siegelring-auch ein Rechtssymbol. Unterschriften werden so gültig 3.) Schuhe als Symbol für einen freien Mann(Sklaven besitzen keine Schuhe) Durch die Geschenke wird der Sohn wieder in die Familie aufgenommen.

[Bearbeiten] Da wurde er zornig

Vgl. Gen.4,1-16 "Kain-Effekt"

Das ältere Kind ist bis zur Geburt des jüngeren Kindes das einzige kind in der Familie. Durch die Geburt des Bruders wird der älteste Sohn zum ersten Mal "Entthront". In der Parabel wird dieser ursprünglichste Zustand durch das Weggehen des jüngeren Sohnes wieder hergestellt. Der ältere Sohn ist wieder das einzigste Kind. Bei der Rückkehr des jüngeren Sohnes wird er zum zweiten Mal von seinem "Thron" gestoßen, die Sympathien und die Liebe seines Vaters muß er sich wieder mit dem Bruder teilen. Ein Gefühl der Minderwertigkeit kommt in ihm hoch. Er hat immer nach dem Wort(Willen) des Vaters gelebt, aber für ihn wurde nie ein Fest organisiert, er wurde von seinem Vater für seine Goharsamkeit nie belohnt. Kain und Abel(vergleiche!!!!!) Die selben Gefühle kommen in ihm hoch, wie in Kain, als Gott sein Opfer nicht gewürdigt hat. Stattdessen wurde Abel von Gott bevorzugt. Kain wird Eifersüchtig auf Abel und erschlägt ihn aufgrund dieser Gefühle. Fazit: Sowohl Gott als auch der Vater in der Parabel sind scheinbar nicht gerecht.

[Bearbeiten] nicht hineingehen

schließt sich bewusst aus der Gemeinschaft aus. Kann aber durch die Liebe seines Vater wieder in die Gemeinschaft/Familie integriert werden. Wie der Sohn sich entscheidet bleibt offen!!!!

[Bearbeiten] wiedergefunden

Mit Hilfe dieser Parabel möchte Jesus seine Zuwendung zu allen Zöldnern und Sündern verteidigen. Kein Sünder wird von Gott verstoßen, solange er seine Sünden ehrlich vor Gott bereut.

[Bearbeiten] Literatur und weiterführende Links

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Theorie zum Bibliochat


Diese Seite wurde zuletzt am 7.10.2008 geändert.