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Im Rahmen des Seminars "Außerschulische Berufsfelder für Religionspädagogen" haben wir, im Wintersemester 2007/08, verschiedene Berufsfelder kennen gelernt. Somit haben wir einen Eindruck bekommen, in welchen Berufen wir, als Religionspädagogen, mit einem Bacheloreabschluss und den dabei gewonnenen Kompetenzen, eine Chance auf einen Arbeitsplatz außerhalb der Schulen haben. Am 29.11.2007 hat uns Tobian Glawion, Chefredakteur des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachen (ekn), besucht. Im Folgenden werden wir die Arbeit des ekns, und unsere speziellen Möglichkeiten in diesem Beruf als Religionspädagogen einzusteigen, beschreiben.
Evangelischer Kirchenfunk im Allgemeinen
Der evangelische Kirchenfunk ist 1987 durch die Schaffung des dualen Systems, also die Trennung zwischen des öffentlich rechtlichen und des privaten Hörfunks, entstanden. Mit 14 weiteren evangelischen Redaktionen, bildet der ekn die Arbeitsgemeinschaft ?Evangelischer Rundfunk? (aer) in Deutschland. Der ekn setzt sich zum Ziel ?über den christlichen Glauben, das Leben von Christen und die Lebenswirklichkeit in den evangelischen Kirchen zu berichten (...) und den Schwachen und Entmündigten eine Stimme zu geben? (Stelljes, Wolfgang). Der ekn Beschäftigt 13 Mitarbeiter, die verschiedenen Schwerpunkten und Städten zugeordnet sind. Die privaten Sender verpflichten sich, jede Woche eine bestimmte Anzahl von den erarbeiteten Beiträgen des ekns zu senden. Viele Sendungen werden zu regelmäßigen Zeiten im Radio veröffentlicht. Zusätzlich werden auch neue Medien, wie zum Beispiel der Podcast oder die Internetplattform ?Second Life?, genutzt um die jüngeren Generationen mit den Themen der Sendungen anzusprechen.
Sendungen des ekn
Acht von zehn Deutschen hören täglich Radio, im Schnitt 241 Minuten. Somit ist das Radio das meistgenutzte Medium. Die privaten Sender in Deutschland haben mittlerweile einen Marktanteil von 61,1%. Bezogen auf Niedersachsen haben die Sender ffn, Hitradio Antenne und Radio 21 zusammen einen Marktanteil von 30%. Hier werden wöchentlich christliche Sendungen des ekn für verschiedene Zielgruppen gesendet, die von jedem dritten Radiohörer gehört werden. Der ekn veröffentlicht Berichte nie unter seinem Namen, sondern produziert für die Radiosender.
Hitradio Antenne:
- In ?Kirche Life? wird täglich um 18.25 Uhr und Freitags zusätzlich um 10.30 Uhr über aktuelle Themen der Kirche berichtet.
- ?Hits from Heaven? beschäftigt sich jeden Sonntag um 11.30 Uhr mit gesellschafts- und kirchlich kritischen Songtexten.
- In ?Wer hat an der Uhr gedreht? werden jeden Sonntag um 10.30 Uhr geschichtliche Ereignisse mit Comedy- Elementen aufgearbeitet.
- Für Kinder gibt es Sonntags um 9.30 Uhr die ?Son-Kids?.
ffn:
- Montags bis Freitags um 18.35 Uhr und Samstags um 6.35 Uhr gibt es in ?Die Kirche bei ffn? aktuelle Berichterstattungen mit religiösem Aspekt.
- Mittwochs um 19.30 Uhr und 21.30 Uhr werden in ?ffn- Kirche- Regional? Veranstaltungen im Umland angekündigt.
- In ?ffn- Kirche- Spezial? werden jeden Mittwoch von 21-22 Uhr aktuelle Themen genauer behandelt.
- Sonntags von 6-10 Uhr wird das ?Kirchen-Magazin? mit dem Schwerpunkt Kinderprogramm gesendet.
Für diese Sendungen hat der ekn im Jahr 2006/07 27% der Medienpreise in Niedersachsen bekommen. Die Landesmedienanstalt hebt besonders den sozialen Aspekt der Berichte hervor.
Wann ist ein Radiobeitrag ein guter Beitrag?
WER sagt WAS in WELCHEM KANAL zu WEM mit WELCHER WIRKUNG? (Harold D. Lasswell).
Dieser Satz von Harold D. Lasswell ist das Grundgerüst eines guten Radiobeitrags. Vereinfacht gesagt ist Radiomachen mit Kommunikation gleichzusetzten. Ein Sender (der Moderator) gibt eine Nachricht an einen Empfänger (den Hörer) weiter. Hierbei muss beim Radio darauf geachtet werden, dass der Hörer den Moderator nicht sieht, woraus folgt, dass kurze einfache, der Zielgruppe entsprechende, Sätze benutz werden müssen. Die Privatsender versuchen dieses durch konstante Zuhörerforschung zu optimieren.
Chancen und Möglichkeiten von Religionspädagogen beim ekn
Für Religionspädagogen mit einem Bacheloreabschluss besteht im ekn die Möglichkeit als ModeratorIn zu Arbeiten. Grundvorrausetzungen dafür ist einerseits ?der Wille auf die Radiobühne zu gehen und sich selbst zu präsentieren? (Tobias Glawion). Zusätzlich sollte man an technischen Aufgaben interessiert sein, da zum Beispiel die Beiträge von dem Moderator bzw. der Moderatorin, selbst geschnitten werden müssen. Es ist sinnvoll schon während des Studiums Kontakte zu verschiedenen Radiosendern zu knüpfen und Erfahrungen durch Praktika zu sammeln. Denn Praxiserfahrung wird von den Rundfunksendern immer mehr vorrausgesetzt und ist eine Grundvorrausetzung um im hart umkämpften Medienbereich überhaupt eine Chance auf einen Arbeitsplatz zu bekommen. Des Weiteren ist eine gute Allgemeinbildung, sowie sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache essentiell. Weitere Fremdsprachenkenntnisse, besonders im Englischen, sind gern gesehen und wünschenswert.
Als Religionspädagogen bringen wir nicht nur diese Fähigkeiten mit, sondern zusätzlich:
- Eine breite theologische Bildung
- Team-/ Kooperationsfähigkeit
Weiterführende Informationen
Quellen und weiterführende Links:
- Tobias Glawion, am 29.11.2007
- Stelljes, Wolfgang. ?Aktivitäten der Evangelischen Kirchen im privaten Hörfunk in Deutschland?. Hannover August 2006.
Alternative Berufsfelder für Religionspädagog/innen
Verweise auf weitere Berufsfelder sowie allgemeine Informationen zu religionspädagogischen Komeptenzen und Schlüsselkompetenzen.