Arbeiten an einer evangelischen Schule

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Was sind Evangelische Schulen?

Evangelische Schulen sind Ausdruck einer demokratischen Gesellschaft und einer vielfältigen Schullandschaft. Evangelische Schulen halten Wahlmöglichkeiten offen und ermöglichen Alternativen neben dem staatlichen Schulsystem.

Mit ihrer großen Zahl an Schulen (ca. 1000) und somit auch an Schülern (ca. 140 000) spielen sie eine entscheidende Komponente am öffentlichen Schulwesen. Das öffentliche Schulwesen wird durch diese Schulen, die einen spezifischen Bildungsauftrag haben, ergänzt und bereichert.

Da Evangelische Schulen staatlich anerkannt sind, werden auch gleichwertige Zeugnisse und Berechtigungen erteilt. Außerdem genießen sie als Schulen in freier Trägerschaft einen besonderen Freiraum zur Ausgestaltung von Schulleben und Unterricht und können somit zu Innovation und Weiterentwicklung beitragen.

[Bearbeiten] Evangelische Schulen im Grundgesetz

Art. 7 Abs. 3 GG: Der Religionsunterricht wird als „ordentliches Lehrfach“ nicht staatlich normiert, sondern „in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften“ erteilt. Dadurch bleibt er ein demokratisch-freiheitliches Angebot, in dessen rechtlicher Konstruktion sich eine bürger- oder zivilgesellschaftliche Mitverantwortung für Schule realisieren kann.

Art. 7 Abs. 4 GG: Dieser Absatz sieht die Genehmigung privater Schulen vor. Private Schulen müssen jedoch „in ihren Lernzielen und Einrichtigen sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen“ und es soll auch eine Sonderung nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert werden [...].“

[Bearbeiten] Schulformen

Evangelische Schulen und Internate sind in ganz Deutschland vorhanden. Sie teilen sich auf in:

über 250 allgemein bildende Schulen mit fast 80 000 Schüler/innen,

über 500 berufsbezogene Schulen mit mehr als 35 000 Schüler/innen und

über 200 Sonderschulen mit mehr als 26 000 Schüler/innen als Sonderformen allgemein bildender oder beruflicher Schulen.

  • Allgemein bildende Schulen: Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Fachoberschulen, Gesamtschulen oder Schulzentren.
  • Berufliche Schulen und Ausbildungsstätte: hier werden hauptsächlich soziale und pflegerische Berufe (z.B. im Bereich Krankenpflege) angeboten. Die diakonisch-sozialen Arbeitsfelder stellen die wachsende Nachfrage nach geeigneten Fachkräften sicher und leisten einen bedeutenden Beitrag dafür, dass fachliche Professionalität mit der Kompetenz in wichtigen Fragen verbunden wird.
  • Sonderformen allgemein bildender und beruflicher Schule: hier geht es um die gezielte Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen und Verhaltensauffälligkeiten. Es werden Kompetenzen der Lehrenden in vielfältiger Form in Sonderschulen, Förderschulen oder in Schulen für Behinderte eingebracht.

[Bearbeiten] Beispiele für Evangelische Schulen

  • Ganztagsschulen: offen oder gebunden oder auch mit Ganztagsbetreuung
  • Schulen in Verbindung mit Horten, Tageseinrichtungen, Wohngruppen und Internaten
  • Integrative Schulen: Von dieser Schulform profitieren behinderte und nichtbehinderte Kinder. In solch einer Schule lernen Kinder, dass es normal ist verschieden zu sein. So können gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen ausgetauscht und ein gegenseitiges Verständnis gefördert werden.
  • Schulen mit besonderen Förderschwerpunkten: z.B. für Hochbegabte oder Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
  • Schulen mit besondern Profilschwerpunkten: z.B. ein ausgewiesenes diakonisches Profil oder ein Schwerpunkt im globalen oder ökologischen Lernen
  • Reformpädagogische Schulen
  • Schulen mit einem hohen Bewusstsein an Schul- und Qualitätsentwicklung

[Bearbeiten] Trägerschaft

Evangelische Schulen werden von unterschiedlichen Institutionen unterstützt. Dazu gehören:

  • Der Arbeitskreis Evangelische Schulen: In diesem werden kirchliche und diakonische Träger evangelischer Schulen, Internate und verschiedener Schuleverbände vereinigt. Durch einen Geschäftsführenden Ausschuss wird der Arbeitskreis vertreten. Der Ausschuss formuliert und artikuliert gemeinsame bildungspolitische Positionen. An die Öffentlichkeit gelangt der Arbeitskreis mit einem regelmäßig stattfindenden Bundeskongress Evangelische Schulen.
  • Die Evangelische Schulstiftung in der EKD: Die Stiftung unterstützt den nach 1990 begonnen Aufbau und die Entwicklung des evangelischen Schulwesens in überwiegend östlichen Bundesländern, aber auch vermehrt die westlichen. Die Förderung äußert sich durch Beratung der Gründungsinitiativen (wie z.B. Beratung in der Erarbeitung ihres Schulkonzepts, Beratung bei der Auswahl und Einstellung von pädagogischen Fachkräften oder bei Rechts-, Finanz- und Verwaltungsfragen), durch Koordination des Erfahrungsaustausches sowie durch Fort- und Weiterbildung.
  • Die Wissenschaftliche Arbeitsstelle Evangelische Schule der EKD: Die Arbeitstelle fördert evangelische Schulen durch Fortbildung, Schulentwicklung und Schulentwicklungsberatung, Fort- und Weiterbildung, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit. Die Förderungen erfolgen beispielsweise durch Konzeptentwicklung im Blick auf pädagogische Schulentwicklung und Fortbildung/Unterstützung solcher Vorhaben oder auch durch Qualitätssicherung und -entwicklung bestehender Fortbildungsangebote u.a.
  • Die Barbara-Schadenberg-Stiftung: Diese Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, die im Evangelium begründete Bildung und Erziehung zu fördern. Von den Fördemitteln profitieren evangelische Schulen, Schulgründungen und Internate. Außerdem werden durch die Fördermittel Lehrerfortbildungen und die Wissenschaft finanzier


[Bearbeiten] Was wollen Evangelische Schulen?

  • Evangelische Schulen stellen den lebendigen Ausdruck einer Kirche dar, die die Bildungslandschaft in Deutschland verantwortlich mitgestalten will.
  • Die Schulen wollen den Kindern nicht nur abrufbares Wissen vermitteln. Vielmehr sollen die Kinder Werte und Orientierung, die auf der Grundlage eines christlich motivierten Menschenbildes basieren, erfahren. Diese leiten zum Teilnehmen am gesellschaftlichen Leben an.
  • Der Mensch wird dabei nicht nur auf sein Wissen reduziert, aber gleichzeitig soll der Unterricht zu Leistungen motivieren.
  • Evangelische Schulen stellen den Heranwachsenden einen Raum für religiöse Fragen, Erlebnisse und Erfahrungen zur Verfügung.


[Bearbeiten] Das Anforderungsprofil eines Lehrers

  • Lehrkräfte an einer evangelischen Schule müssen die gleichen Qualifikationen vorweisen, wie Lehrer an staatlichen Schulen. Aber Lehrer sollten sich zu der christlichen Kirche entsprechend Positionieren. Wünschenswert wäre ein entsprechendes religiöses - theologisches Bekenntnis.
  • Der Lehrer sollte Schule als beweglichen Gegenstand verstehen. Schule ist kein statisches Gebilde, sondern muss konsequent weiterentwickelt werden. Der eingestellte Lehrer soll die Bereitschaft signalisieren, dass Profil der jeweiligen Schule immer weiter auszubauen.
  • An den evangelischen Schulen wird der Grundsatz vertreten, dass sowohl Eltern als auch die Schule einen Erziehungsauftrag für die Jugend haben. Eine Zusammenarbeit mit den Eltern wird deshalb gewünscht und gefördert.


[Bearbeiten] Kompetenzen

[Bearbeiten] Schlüsselkompetenzen

Die Schlüsselkompetenzen dienen dem Arbeiten/Unterrichten an Ev. Schulen. Diese Kompetenzen sollten möglichst bereits während des Studiums erworben werden.

  • Freisprechen
  • Präsentation
  • Gute Artikulation
  • Moderationstechniken
  • EDV-Kenntnisse
  • Evt. Sprachkenntnisse (wenn man z.B. mit Kindern mit Migrationshintergrund arbeitet)
  • Organisationsfähigkeit (Referate vorbereiten, Arbeiten unter Zeitdruck, usw.)

[Bearbeiten] Fortbildung

Die Fortbildung soll sowohl Lehrern, die einen religionspädagogisches Studium gewählt haben, als auch für Lehrer die einen anderen Schwerpunkt gesetzt haben, dienen. Neben den biblisch-theologischen und den hermeneutisch-pädagogischen Fähigkeiten (die Religionspädagogen/innen bereits im ihrem Studium erlernen), muss man auch seelsorgerliche, diakonische und sozialpädagogische (z.B. in integrativen Schulen vonnöten) Kompetenzen erwerben. Auch ein berufsbegleitendes Fortbildungsseminar (Austauschmöglichkeiten mit Lehrern an Ev. Schulen, Freiraum für Fragen, Gesprächsführung u.a.) wird angeboten. In solch einem Seminar lernt man auch mit Kindern und Jungendlichen umzugehen, die z.B. nicht sehr religiös sind oder diese für Gespräche sensibilisieren.


[Bearbeiten] Theoretische Überlegungen zum Umgang mit Bachelorstudierenden

Bachelorstudierende könnten eventuell nach dem Studium in Ev. Schulen arbeiten. Zu ihren Aufgabenbereichen könnten gehören:

  • Projekte mitgestalten (sie lernen Organisation, Management)
  • Kontakte zur Außenwelt herstellen (z.B. wirtschaftliche Betriebe und Ev. Schulen können miteinander kooperieren, um Praktika oder Ausbildungsstellen für Schüler zu organisieren)
  • Als Assistenzvertrauenslehrer agieren (Ansprechpartner für Schüler oder auch Vermittler zwischen Klassenlehrer/in und Schüler/innen sein)
  • Außerdem würden die Bachelorabsolventen mit Kindern und Jugendlichen umgehen lernen können, Eltergespräche/abende mitführen u.a => Learning by doing

Hinweis: Bechelorstudierende werden jedoch keinen Lehrauftrag bekommen


[Bearbeiten] Quellen

Arbeitskreis Evangelische Schule (AKES): Evangelische Schule in Deutschland – lebendiger Ausdruck von Kirche. Hinweis: die Broschüre kann beim Kirchenamt der EKD erworben werden

Klasse, die Evangelische Schule. Hinweis: die Broschüre kann zu einem Jahresbezugspreis von 10 Euro unter der Email abo@klasse-magazin.de abonniert werden.

Unter www.ekd.de findet man Informationen zur Wissenschaftlichen Arbeitsstelle Evangelischer Schulen und auch über die Evangelische Schulstiftung in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Um diese Seite anzusehen, klicke [1].

Auf der Internetseite des Bildungsservers finden sie Informationen zu Integrativen Schulen. Um diese Seite anzusehen, klicke [2].


[Bearbeiten] Weiterführende Informationen

Das Internetportal der evangelischen Schulen:

www.evangelische-schulen-in-deutschland.de

Auf dieser Seite finden sich u.a. Informationen zu folgenden Bereichen:

  • Aktuelles
  • Arbeitskreis Ev. Schulen
  • Evangelische Schulen
  • Pädagogische Werkstatt
  • Wissenschaftliche Arbeitsstelle
  • Publikationen und Termine
  • Träger/Verbände und Stiftungen


Alternative Berufsfelder für Religionspädagog/innen

Verweise auf weitere Berufsfelder sowie allgemeine Informationen zu religionspädagogischen Komeptenzen und Schlüsselkompetenzen.