2009 rpi-Fachtagung: Tagungsbericht

Aus seminarwiki

rpi-Fachtagung 2009

1. Thema

2. Programm der Fachtagung

3. Anmeldung

4. Organisatorische Fragen

5. Leitbildprozess

6. Tagungsbericht


Die diesjährige rpi-Fachtagung fand vom 09. -11.10.2009 im Thüringer Institut für Lehrerfortbildung in Bad Berka statt.

Im Mittelpunkt stand das Internet als virtueller Erfahrungs- und Lernraum von Kindern und Jugendlichen. Neben zahlreichen Angeboten zum Jugendmedienschutz gingen die Teilnehmenden der Frage nach, wie virtuelle Lernräume erschlossen werden können, um die Möglichkeiten des vernetzten Lernens optimal zu nutzen.



Inhaltsverzeichnis

Freitag, den 09.10.2009

Fortführung des Leitbildprozesses für rpi-virtuell

Die Details zur Fortführung des Leitbildprozesses und zu den getroffenen Beschlüssen sind auf der Seite zum Leitbildprozess dokumentiert.

Always online?" - Der Medienalltag von Jugendlichen - Ergebnisse der JIM-Studie 2008

Medien spielen im Alltag von Jugendlichen eine große Rolle. Vom Radio am Frühstückstisch, dem MP3-Player auf dem Schulweg, die SMS per Handy in der Pause und in der Pause, Musikhören beim Hausaufgabenmachen, der Internetrecherche für ein Referat, dem Abgleich der Ergebnise per ICQ, ein paar Runden Computerspiele mit Freunden, die tägliche Vorabendserie im Fernsehen, die Digitalkamera bei der Party am Abend bis zum Hochladen der Bilder und Kommentare bei SchülerVZ in der Nacht - viele Freizeitaktivitäten von Jugendlichen stehen in Zusammenhang mit Medien. Hierbei können die Teenager auf ein großes Angebot an Medien zurückgreifen. Doch nicht nur in der Freizeit auch in der Schule und im Berufsleben sind Medien ein fester Bestandteil ihres Alltags. Wer mit Jugendlichen arbeitet und Jugendliche verstehen will muss einen Überblick über die Medienwelt von Jugendlichen haben, denn sie nutzen Medien anders als Erwachsene. Die JIM-Studie (Jugend, Information, (Multi-)Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest bietet seit 1998 jährlich eine Überblick über das Medienverhalten von Jugendlichen und informiert über die wichtigsten Entwicklungen.


Impulse, Hinweise und Ergebnisse des Vortrages


Der MPFS (Medienpädagogische Forschungsverbund Süd-West) untersucht seit 1998 mit der JIM-Studie und seit 1999 mit der KIM-Studie im jährlichen Turnus den Umgang von 12- bis 19-Jährigen (bzw. 9- bis 13 Jährige) mit Medien und Information. Neben einer aktuellen Standortbestimmung sollen die Daten zur Erarbeitung von Strategien und Ansatzpunkte für neue Konzepte in den Bereichen Bildung, Kultur und Arbeit dienen.


Weiterführende Informationen finden sich auf folgenden Internetseiten:

  • www.mediendaten.de liefern seit 1997 aktuelle Basisdaten zu Medien in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie Vergleichsdaten für das Bundesgebiet. Neben Daten zum Medienangebot und zur Mediennutzung sind auch allgemeine Informationen zu klassischen Medien (Hörfunk, Fernsehen und Presse) und neuen Medien (Multimedia, Internet/Online, Digitaler Rundfunk) enthalten.
  • MediaCulture-Online ist ein Internetportal für Medienpädagogik, Medienbildung und Medienkultur. Es wird vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg verantwortet und von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg gefördert. Die Seite enthält umfangreiches Material für die konkrete Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
  • Die Website www.klicksafe.de ist Bestandteil des Safer Internet Programms der Europäischen Union. Sie bietet Tipps und Materialien zu den wichtigsten Jugendmedienschutz-Themen sowie aktuelle Informationen zu den Chancen und Risiken der Internetnutzung.
  • Das klicksafe-Handbuch Knowhow für junge User ist eine praxisnahe Einführung in die weiten Felder der Online- und Netzkommunikationen. Aufbauend auf dem Konzept und den Erfahrungen der klicksafe-Lehrerfortbildungen bietet es für Lehrer und Multiplikatoren eine Fülle von sinnvollen Hilfestellungen und praxisbezogenen Tipps für den Unterricht. Insgesamt bietet das Handbuch zu jedem Jugendmedienschutz-Thema drei Unterrichtseinheiten (d.h. Arbeitsblätter zum Kopieren) in verschiedenen Schwierigkeitsgraden an - also ca. 90 Arbeitsblätter.

Samstag, den 10.10.2009

Morgenandacht

Teacher's Cut and Public Viewing. Youtube & Co im Unterricht

In guten wie in schlechten Zeiten und mit guten wie mit schlechten Zeichen präsentieren sich Menschen heute auf Videoplattformen wie Youtube oder MyVideo. Genutzt wird das alles nicht zuletzt zur Selbstdarstellung und natürlich zur Unterhaltung. Es geht um Stilbildung und Zeichensetzung, um Präsenz und Akzeptanz. Die zentrale Bedeutung von Youtube ist nicht der uneingeschränkte Konsum von irgendwelchen bewegten Bildern, sondern die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und eigene Bilder und Filme zu produzieren. Es geht darum, selbst jene Bilder zu produzieren, die in Zeiten knapper Aufmerksamkeit auch wahrgenommen werden. Wie Youtube & Co im Unterricht eingesetzt werden kann, wie man geeignetes Material findet, zugänglich macht und organisiert, hat diese Impulseinheit gezeigt.


Impulse, Hinweise und Ergebnisse des Vortrages

  • Videoclips zu 20 Themen von A wie AIDS bis Z wie Zukunft nicht nur für den Religionsunterricht


Weiterführende Informationen im Internet

Neben youtube und Co. können u. a. folgende Seiten gut zur Online-Video-Recherche genutzt werden:

  • www.krzflm.de, eine private Webseite mit derzeit über 100 Kurzfilmen


Außerdem geben die Themenwochen Online-Lernen von rpi-virtuell unter dem Titel Bilder lernen laufen zahlreiche Einblicke in die Arbeit (nicht nur) mit Online-Videos.

Werkstattarbeit - Online-Videos im Unterricht

Filme und Videoclips gehören zum Lebensalltag von Kindern und Jugendlichen. Die verfügbaren Angebote decken nahezu jedes Thema ab und bieten eine unüberschaubare Fülle. So wird beispielsweise allein auf YouTube jede Minute neues Material im Umfang von rund zehn Stunden hinzugefügt. Unterschiedliche Erhebungen belegen zudem, dass der Einfluss von Online-Videos stetig zunimmt. Die "Generation youtube" versteht filmische Botschaften oft besser als gedruckte Worte und nutzt sie gezielt zur Selbstdarstellung.

Im Rahmen der Werkstattarbeit wurde das Potential von Online-Videos für die unterrichtliche Nutzung untersucht. Ausgehend von religionspädagogisch relevanten Themen wurden in kleinen Gruppen Lernwege entwickelt, die nach Abschluss der Tagung für die Nutzung zur Verfügung stehen.

Im Rahmen der Werkstatt werden die "Lernwege", eine Neuentwicklung von rpi-virtuell zur Strukturierung von Unterricht, vorgestellt. Mit Hilfe von Lernwegen können Schülerinnen und Schüler selbstständig und in Gruppen online lernen. Sie bearbeiten verschiedene Stationen und können dort Aufgaben online und offline bearbeiten.

Während der Werkstattphase gaben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgende Rückmeldungen:

  • Lernwege enthalten eine Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten
  • gute Weiterentwicklung des Tools seit dem letzten Jahr
  • intuitive Bedienung möglich
  • Überarbeitungsbedarf in Navigation, Layout und Stabilität
  • Wunsch nach Medienpool

Werkstatt 1: Gottesbild

Der folgende Videoclip war Grundlage für den Workshop:

Bendito Machine (Teil 1)

Der Film enthält eine Reihe von Anknüpfungspunkten an religionspädagogische Themen, wie zum Beispiel 1. Gebot, Vermarktung Gottes, Vergöttlichung der Technik, Lasset uns ... (was eigentlich?) machen, Kontrolle über Gott, David und Goliath, Turm zu Babel, Theogonie, Ermordung Gottes sowie Gebet.

Werkstatt 2: Liebe, Sex und Leidenschaft

Folgende Videoclips, die zum Teil im Rahmen des Workshops besprochen wurden, könnten zur Auseinandersetzung mit dem Thema "Liebe, Sex und Leidenschaft genutzt werden:

Werkstatt 3: Dilemmageschichten

Folgende Videoclips wurden im Rahmen des Workshops besprochen:

Werkstatt 4: Theodizeefrage

Folgende Videoclips wurden im Rahmen des Workshops besprochen:

SchülerVZ, StudieVZ, MySpace und Co: Chancen und Risikien von Online-Netzwerken

Online-Netzwerke sind heute fester Bestandteil des Medienalltags der meisten Jugendlichen. Damit sind Risiken, aber auch Chancen verbunden. Zunehmend mehr medienpädagogische Projekte werden entwickelt, die Jugendliche zu einem kompetenten Umgang mit Online-Selbstdarstellung und Internet-Beziehungspflege verhelfen wollen. Ergänzend zu dieser pädagagogisch-praktischen Perspektive gab der Vortrag einen Überblick über den aktuellen psychologischen und soziologischen Forschungsstand zu Nutzung und Wirkung von Online-Netzwerken: Was wissen wir bislang darüber, wozu welche Online-Netzwerke genutzt werden und welche Konsequenzen sich im Alltag daraus ergeben? Wo bestehen Forschungslücken? Gibt es nennenswerte Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen? Werden manche Risiken in der Öffentlichkeit möglicherweise übertrieben, andere dagegen übersehen?


Impulse, Hinweise und Ergebnisse des Vortrages


Weiterführende Informationen im Internet

  • www.medienbewusst.de ist ein redaktionell-betriebenes Onlineportal, das von renommierten Medienexperten wissenschaftlich unterstützt wird und es sich zur Aufgabe macht, die breite Öffentlichkeit sowie bestimmte Zielgruppen über die Chancen und Risiken moderner Medien zu informieren.
  • www.ivw.de ist eine staatlich unabhängige, nicht kommerzielle und neutrale Prüfinstitution. Sie versorgt die Medien- und Werbebranche sowie die interessierte Öffentlichkeit mit grundlegenden Daten für die Vermarktung von Medien als Werbeträger. Im Bereich der Online-Medien stellt die IVW die Gesamtanzahl der Seitenabrufe und der einzelnen zusammenhängenden Nutzungsvorgänge von Web-Angeboten fest.

Jugendmedienschutz im Internet - Möglichkeiten medienpädagogischen Handelns

Zeigen wie’s geht – Soziale Online-Netzwerke als Unterrichtsthema

SchülerVZ, StudiVZ, Wer-kennt-Wen und Co. laden zum Mitmachen und zur Präsentation der eigenen Person ein. Die Sozialen Online-Netzwerke sind bei Jugendlichen sehr beliebt. Die späteren Konsequenzen in der realen Welt, die sich aus unüberlegten Äußerungen in der digitalen Welt ergeben können, werden jedoch häufig nicht überblickt. Der oftmals unbedachte Umgang von Jugendlichen in den Sozialen Online-Netzwerken stellt daher heute auch die Lehrkräfte und die Schule vor neue Herausforderungen. Der Workshop hat anhand konkreter Beispiele gezeigt, wie die Schülerinnen und Schüler zu einem kompetenten Umgang mit diesen Netzwerkplattformen angeleitet werden können. Dabei ging es sowohl um Hilfestellungen, die Lehrkräfte an Schülerinnen und Schüler bei auftretenden Problemen geben können, als auch um die Chancen, die eine bewusste Nutzung Sozialer Online-Netzwerke mit sich bringen.


Impulse, Hinweise und Ergebnisse aus dem Vortrag

Weiterführende Informationen und Anregungen im Internet

Weitere Materialien zum Download (3 Unterrichtsmappen mit Übungen) für den Unterrichtseinsatz finden sich auf den Seiten von schülervz und zwar hier: Materialien für den Unterricht

Außerdem kann auf den Seiten von klicksafe der Baustein 4 nützlich sein Lehrerhandbuch Baustein 4

Um das Themy Cybermobbing oder Cyberbullying aufzugreifen eignet sich der Film "Let's fight it together". Er steht mit deutschen Untertiteln auf der Seite von Digizen.org zur Verfügung. Direkt zur deutschen Version Let's fight it together

Die Grundrechte im Visier ‐ Ein Projekt der Jahrgangsstufe 11 finden sich hier: Die Grundrechte im Visier

Computerspiele jenseits von Gut und Böse

Mit jedem Amoklauf entflammt erneut die Diskussion um die Medienwirkung von Computerspielen. Im Zentrum steht meist die Frage, ob Computerspieler durch das Spielen gewalttätiges Verhalten lernt. Die Frage, was Computerspieler beim Spielen tatsächlich lernen, wird dabei unzureichend berücksichtigt. Statt präventivem und didaktisch reflektiertem Umgang beherrschen Verbotsforderungen die Diskussion. Ein angemessenerer Umgang wurde in diesem Workshop thematisiert.

Chatten und Instant Messenger

  • Workshop mit Annika Schröder und Philipp Buchholtz medienblau unterstützt von von Klicksafe

Kommunikation ist ein wesentlicher Nutzungsbereich junger Menschen im Internet. Sei es im Chat oder mittels spezieller Instant-Messaging-Software, der Austausch sowohl mit Bekannten als auch mit Unbekannten gehört zur Alltagsrealität der Netz-Nutzer. Wie die Kommunikation über Chat-Portale und Instant-Messaging-Programme funktioniert und anhand welcher Maßnahmen sich mögliche Risiken minimieren lassen, war der Schwerpunkt dieses Workshops. Dabei wurde ebenso das Thema E-Mobbing bzw. Cyber-Bullying behandelt wie der sichere Umgang mit persönlichen Daten.


Weiterführende Informationen

  • Das Lehrerhandbuch von klicksafe bietet u.a. einen Baustein zum Thema "Chatten und Instant Messenger". Dieser steht zum Download bereit.

Soziale Vernetzung und Selbstdarstellung

Nie zuvor war es so einfach, sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, Interessengemeinschaften zu bilden oder Gleichgesinnte kennen zu lernen. Soziale Netzwerke wie schülerVZ oder Wer-kennt-wen (WKW) verzeichnen noch immer einen immensen Zulauf – insbesondere von jungen Nutzer. Dieser Workshop stellte diese sozialen Netzwerke vor und kategorisierte sie. Dabei fand besondere Berücksichtigung, wie sich die jungen Nutzer innerhalb der Portale durch eigene Beschreibungen, Fotos und Videos selbst darstellen und welche Probleme dabei auftreten können. Darüber hinaus war auch in diesem Zusammenhang eine Erörterung des Themenfelds Cyber-Bullying genauso wie Datenschutz, Urheber- und Persönlichkeitsrechte unerlässlich.


Weiterführende Informationen

  • Das Lehrerhandbuch von klicksafe bietet u.a. einen Baustein zum Thema "Selbstdarstellung und Mobbing". Dieser steht zum Download bereit.

Sicherheit in Internet und Chat: Das Projekt "Blind Date"

  • Workshopangebot mit Wiro Nestler, LKA Hamburg

Das Medienpaket BLIND DATE ist im Jahr 2008 aus einer Kooperation von Jugendfilm e.V., Dunkelziffer e.V. und der Polizei Hamburg hervorgegangen. Es eignet sich zur Bearbeitung von Fragen rund um den Themenkomplex "Medienkompetenz/Gefahren des Internet/sexuelle Selbstbestimmung"; anschlussfähig sind darüber hinaus Themen wie "Freundschaft" und "Notwehr". Das Medienpaket wurde im Workshop vorgestellt; anschließend wurden mit den TeilnehmerInnen Möglichkeiten zum Einsatz des Medienpakets im Schulunterricht (ab Jgst. 7) erarbeitet und diskutiert.


Weiterführende Materialien

Informationen zum Projekt


Sonntag, den 11.10.2009

Morgenandacht

Bildmeditation
Bildmeditation


Text und Bild können hier heruntergeladen werden. Was das Lied "Morning has come" und die Powerpoint-Datei betrifft, so bin ich gerne individuell behilflich.

rpi-virtuell im Einsatz

Angebot 1: Erwärmung für Einsteiger

Mit der Artothek, dem öffentlichen Forum und relilex stehen bei rpi-virtuell drei Online-Angebote bereit, die Sie für Ihren Unterricht auf einfachste Weise nutzen können! Die Angebote sind rund um die Uhr geöffnet und können ohne technische Vorbereitung genutzt werden. Ihre Schülerinnen und Schüler werden so auf einfache Weise mit dem Arbeiten auf einer Online-Plattform vertraut.

Diese Angebote stehen für Sie bereit:

   1. rpi-Forum: Ideen sammeln und diskutieren
   2. rpi-Kunstmuseum: Arbeiten mit Bildern
   3. relilex: Recherchieren im interaktiven Lexikon


Weiterführende Informationen

  • Die Themenwoche Online-Lernen zum Thema Lernplattformen bietet zahlreiche Einblicke in Theorie und Praxis des Online unterstützten Lernens.

Angebot 2: Einstieg in das Online unterstützte Lernen

Moderation: Daniel Schüttlöffel und Jürgen Deuster

Im Fokus:

   1. Formulartools: Galerie, Steckbrief und mehr
   2. reliquiz: Singel- und Multiple-Choice-Fragen


Weiterführende Informationen

  • Die Themenwoche Online-Lernen zum Thema Lernplattformen bietet zahlreiche Einblicke in Theorie und Praxis des Online unterstützten Lernens.


Einblicke in den Workshop

1. Selbstversuch

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchliefen zunächst ein fiktives Lernszenario, wodurch ihnen die didaktischen Möglichkeiten des Reliquiz und einiger formularbasierte eTools deutlich wurden: Im Webangebot der Deutschen Bibelgesellschaft, www.die-bibel.de lasen sie die Geschichte von der Rettung des blinden Bartimäus (Mk 10,46-52) nach, memorierten die wichtigsten Fakten der Handlung mit Hilfe eines dreiteiligen Reliquiz-Angebots, deuteten schließlich die Frage Jesu an Bartimäus "Was willst du, dass ich für dich tun soll?" mit Hilfe eines Formulartools und erkannten abschließend, dass die Ergebnisseite dieses Formulars dazu beitragen kann, die Deutungsvielfalt eines biblischen Textes sichtbar zu machen.


2. Diskussion

In der Diskussion wurde deutlich: Die verbreitete Hochschätzung konstruktivistischer Lernszenarien und die Geringschätzung behavioristisch inspirierter Lernangebote (z.B. Multiple-Choice-Quiz) müssen einem pragmatischen Denken weichen, das die Lernwerkzeuge allein nach den didaktischen Bedürfnissen der Situation auswählt.


3. Erläuterung der eTools

Jürgen Deuster und Daniel Schüttlöffel erläuterten hernach, wie genau reliquiz und formularbasierte eTools konzipiert werden und welche Fallstricke lauern. Hilfreich können dabei folgende Webseiten sein:


4. Öffentlich zugängliche eigene Versuche der Teilnehmenden

Angebot 3: Empfehlungen für Fortgeschrittene

Das Seminarforum, das Seminarwiki und die eXpedition sind geeignet für Lerngruppen mit Erfahrung. Die Werkzeuge stehen in virtuellen Klassenräumen, sogenannten Seminaren, zur Nutzung bereit. Die Seminare sind nur für Sie und Ihre Lerngruppe zugänglich. Als Leitung haben Sie jederzeit den Überblick über alle Teilnehmenden.

Diese Angebote stehen für Sie bereit:

  1. Diskutieren und Ideen sammeln: Im Seminarforum
  2. Interessen geleitet lernen: Mit der eXpedition
  3. Wissen zusammenstellen: Im Seminarwiki


Seminarforum
  • Vorstellung des aktuellen reliforums zur Frage "Gewalt - Warum töten Menschen?" (Mario)
Seminarwiki
  • Vorstellung von Wikis in Aktion
    • Wikis in der Arbeit mit Lehrern (Mario)
    • Wikis in der Arbeit mit Schülern (Jean-Louis)
      • In einem Seminarwiki habe ich mit meinen Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Themen zu Armut und Obdachlosigkeit (in Luxemburg) vorbereitet und anschließend im lb.wikipedia veröffentlicht: z. B. Obdachlosigkeit.
      • In einem anderen Seminarwiki habe ich mit meinen Schülerinnen und Schüler eine Berlinreise vorbereitet, indem wir zusammen einen eigenen Berlin-Guide erstellt haben. In diesem Guide haben die Jugendlichen jene wichtigen Informationen zu den Sehenswürdigkeiten aus unserm Programm zusammengetragen, die sie vor Ort nachlesen wollten. Die Vorlagen aus dem Seminarwiki konnten dann leicht kopiert und als Handreichung ausgedruckt werden.
      • Im Seminarwiki haben die Schülerinnen und Schüler ihren Kommentar zu einer "Theatervorstellung" von Pie Tshibanda festgehalten, der in unsere Schule kam. Auf Basis dieses Wikis habe ich einen Artikel für das Jahresbuch unserer Schule zusammengestellt.
      • Im Seminarwiki des gemeinsamen Seminars des Athenäums in Luxemburg und des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen haben wir gemeinsam das faithbook-Projekt bearbeitet.

Wer an einem präziseren Einblick in diese verschiedenen Wikiarbeiten interessiert ist, mag sich persönlich an Jean-Louis Gindt wenden.

eXpedition


Weiterführende Informationen

  • Die Themenwoche Online-Lernen zum Thema Lernplattformen bietet zahlreiche Einblicke in Theorie und Praxis des Online unterstützten Lernens.

Vorträge, Workshops und Einblicke in den Schulalltag

Netzvideos – Eine neue Kommunikationsform?

Mit dem Web 2.0 haben sich die Möglichkeiten der Kommunikation im Internet für alle Nutzer enorm erweitert. Durch interaktive Medienangebote wie zum Beispiel Blogs oder Videoplattformen werden Empfänger zu Gestaltern, zu Medienproduzenten und zu Sendern. Mittlerweile hat sich weltweit eine eigene Filmkultur im Netz entwickelt. Im Workshop soll die Kommunikation über Netzvideos thematisiert, diskutiert und praktisch umgesetzt werden. Die Teilnehmer lernen so eine Möglichkeit der handlungsorientierten Medienarbeit in den Bereichen Internet und Handy kennen. Nach einer Einführung und der Vorstellung des Workshops „Netzvideos“ gestalten sie ganz aktiv kurze Videoclips und treten damit in den kommunikativen Austausch mit anderen ein.

Weiterführende Informationen

  • Der Leitfaden zur Auseinandersetzung mit Netzvideos steht zum Download zur Verfügung.
  • In der Medienwerkstatt der TLM stehen weitere Themen für unterschiedliche Klassenstufen zum Download/zur Nutzung zur Verfügung.

Materialien für den Unterricht internetbasiert erarbeiten

  • Workshop mit Dirk Drews, pädagogischer Mitarbeiter des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) Bad Berka

Zur Erarbeitung von didaktisch-methodischen Unterrichtsmaterialien wird seit August 2008 das Seminar "Mediothek im Thüringer Schulportal" in rpi-virtuell genutzt. Die Unterrichtsmaterialien werden von einer Autorengruppe erstellt, in der Lehrer aus verschiedenen Regionen von Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen zusammen arbeiten. In diesem Workshop wurden die Zusammenarbeit und die Erfahrungen dieses Seminars vorgestellt und mit den Teilnehmern gemeinsam zu einem Thema Materialien erstellt.


Weiterführende Informationen

Kirchengeschichte spielen

Zunächst wurden Hintergrund, Entstehung und Konzept des EKD-Spiels zum Calvinjubiläum 2009 dargestellt. Michael Waltemathe und Christoph Terno haben für die EKD die Konzeption dieses Spiels erarbeitet.

Anschließend wurden weitere Online-Spiele zu kirchengeschichtlichen Themen kurz vorgestellt: das Luther-Quiz von 1996, das Melanchthon-Quiz von 1997, das Paulus-Online-Spiel (Jahr?), das Spiel über Philipp von Hessen und die Einführung der Reformation in Hessen Mit dem Glauben Staat machen von 2004 und das Elisabeth-Spiel von 2007. Gemeinsam wurden Anforderungen an Spiele zu kirchengeschichtlichen Themen formuliert. Daraufhin bestand Zeit, das Calvin-Spiel und ggf. weitere Spiele zu testen.

Als Beispiel für ein didaktisch nicht reflektiertes kirchengeschichtliches Spiel wurde am Ende noch "Luthers Nagelprobe" gezeigt. Das "hiden curriculum" von diesem Spiel: Luther hat Blätter aus seiner Bibel herausgerissen und diese Zettel mit Bibelsprüchen an das Portal der Schlosskirche in Wittenberg genagelt, wobei er genau zielen musste, weil das Nageln(!) nicht so einfach ist.

Von virtuellen Rosenkränzen, Meditationsmatten und dem Jerusalemer Tempel - Religiöse Performanzen in Virtuellen Welten.

Spätestens seit dem Hype in der deutschen Medienlandschaft 2007 ist Second Life als Virtuelle Welt den meisten ein Begriff. Neben schrillen Avataren, Shopping Malls und allerlei Kuriositäten lassen sich überraschenderweise viele religiöse Angebote wie Meditationszentren, Moscheen, Synagogen und auch christliche Kirchen finden. So kann man als „resident“ mittels Avatar beten, meditieren und rituelle Waschungen vornehmen. Aber was hat es zu bedeuten, wenn sonntags die Kirchen leer sind, im virtuellen Raum hingegen die Gottesdienste oder Gebetstreffen überfüllt sind?

Der Workshop hat zum einen die junge Geschichte Virtueller Welten mit einem Fokus auf Second Life vorgestellt und Möglichkeiten für religiöse Performanzen präsentiert. Leitende Fragen waren dabei: Was für eine Rolle spielt Religion im digitalen Raum? Lassen sich Veränderungen in religiösen Performanzen, Handeln, Denken finden? Falls ja, gibt es Auswirkungen auch auf den religiösen Offline-Bereich? In einem weiteren Schritt wurden aber auch die Möglichkeiten für religionspädagogische Arbeit aufgezeigt. So lassen sich v. a. im amerikanischen und skandinavischen Raum Universitäten finden, die einen Teil ihrer Lehrveranstaltungen in Second Life verlegen. Lässt sich dies gerade im Bereich der Jugend- und Erwachsenenarbeit fruchtbar machen?


Impulse, Hinweise und Ergebnisse des Vortrages:

  • Präsentation 1: Einführung Virtuelle Welten, Einführung Second Life (Kerstin Radde-Antweiler)


Weiterführende Informationen finden sich auf folgenden Internetseiten:

Feedback zur Tagung

Religionspädagogik vernetzt

rpi-virtuell verbindet Unterrichtende und SchülerInnen über Grenzen hinweg. Etwa jede sechste Person greift aus einem anderen Land zu. Bei der Fachtagung begegneten sich Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg: rpi-Blog: mehr


Vielen Dank!

Vielen Dank für die Mühe, die Ihr Euch alle gemacht habe, insbesondere Mario!!!

Besonders gut hat mir der Workshop über die unterrichtliche Nutzung von Netzwerken wie wkw usw. von Bettina Sieding gefallen. Dort erhielt ich viele Anregungen für Angebote hier an der Uni. Vielen Dank dafür. Andreas Mertins Vortrag war wie immer große Klasse und hat mir viele neue Ideen geliefert, die dann in den Lernweg-Workshops deutlich wurden. Dabei möchte ich nochmal trennen zwischen der Arbeit mit youtube-Angeboten und dem Modul Lernweg, das ich als zukünftiges Königstool von rpi-virtuell betrachte. Hier laufen alle Einzeltools zusammen in eine Struktur und geben den unterschiedlichen Modulangeboten eine didaktische Struktur. Zu den beiden Teilen Lernweg und Arbeiten mit Videos von Youtube und Co werden ich Angebote an meine Studenten machen.

Und nochmals vielen Dank für die lieben und netten Gespräche Grüße Jürgen Deuster

Ausblick

  • Die rpi-Fachtagung 2010 findet vom 01. - 03. Oktober im RPZ Schönberg statt.


Bilder der Fachtagung

Auch in diesem Jahr haben Jürgen Deuster und Werner Klann zahlreiche Eindrücke der Fachtagung in Bildern festgehalten. Aus urheberrechtlichen Gründen sind die Bilder jedoch ausschließlich über den Seminarraum von rpi-Konferenz zugänglich.